Steffan Dorf
vor 8 Monaten
„Freundlichkeit und Neutralität? Muss woanders gewesen sein“ Mit meinem klassischen Nutzfahrzeug beim GTÜ in Brilon gewesen – und gleich zur Begrüßung durfte ich mir anhören, dass solche Autos ja eigentlich schon längst alle weggerostet sein müssten. Na klar, genau das will man hören, wenn man Zeit und Herzblut reinsteckt, ein älteres Auto am Leben zu halten. Neutralität? Objektivität? Vermutlich im Wartezimmer liegen geblieben. Mein Fahrzeug ist natürlich nicht mehr neu – Überraschung! Es ist ein Nutzfahrzeug, kein Neuwagen aus dem Showroom. Ich weiß, Rost glänzt nicht wie Chrom, aber man könnte als Prüfer trotzdem einfach seiner Aufgabe nachgehen: prüfen, Mängel benennen, fertig. Stattdessen bekam ich das Gefühl, dass man hier lieber kleine Comedy-Einlagen über alte Karren zum Besten gibt. Vielleicht sollte man die Bühne wechseln. Ich bin freundlich geblieben, habe nichts schöngeredet und sofort gesagt, dass alle Mängel selbstverständlich behoben werden. Das hat aber am Tonfall nichts geändert – offenbar ist der Gedanke, dass jemand ein altes Nutzfahrzeug erhalten möchte, dort ungefähr so exotisch wie ein Ufo-Landeplatz auf dem Hof. Als Schrauber fragen mich viele Leute nach meiner Meinung – und ich kann guten Gewissens sagen: Diese „Hinterhof-Prüfstelle“ werde ich niemandem ans Herz legen. Es gibt schließlich Alternativen. Denn siehe da: Die DEKRA in Brilon hat es tatsächlich geschafft, sachlich zu bleiben, freundlich zu sein und sogar Respekt für die Mühe zu zeigen, so ein Fahrzeug zu erhalten. Verrückt, oder? Da wurde mein Wagen nicht als Schrottplatzkandidat abgestempelt, sondern als das gesehen, was er ist: ein Stück Arbeit, das Anerkennung verdient. Fazit: Wer Comedy-Sprüche über rostige Autos hören will, ist bei der GTÜ in Brilon goldrichtig. Wer eine faire, neutrale und respektvolle Prüfung sucht, sollte lieber gleich zur DEKRA fahren – spart Nerven und man geht sogar mit einem Lächeln vom Hof.

